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Xcelsius vs. Tableau: Der Facebook-Wasserfall

Tableau ist das zur Zeit spannendeste Werkzeug für Visual Analytics. Auf DataRemixed habe ich ein Tableau-Dashboard mit einem Wasserfall der facebook Ergebnisrechnungen seit 2007 gefunden. Perfekt für einen Vergleich mit SAP BO Dashboards (Xcelsius) powered by graphomate …

Ein Tableau Public-Beispiel, das über Twitter zu mir geflattert ist, hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ben Jones hat auf seinem Blog DataRemixed die Gewinn- und Verlust-(GuV)-Rechnungen von facebook seit 2007 mittels eines interaktives Dashboard visualisiert:

Schönes Dashboard, das interaktiv in jedem Browser läuft! Über Schieberegler oder über die Liniendiagramme unterhalb des Wasserfalls kann das darzustellende Jahr ausgewählt werden und entsprechend entwickelt sich der GuV-Wasserfall für das gewählte Jahr.
Hütchen ab: technologisch up-to-date! Zwar scheint ein Wasserfall nicht ganz einfach in Tableau umsetzbar, aber das geht vielen BI-Tools so. SAP BO Dashboards hat man gerade erst mit Feature Pack 3 das Wasserfalldiagramm zugestanden – mehr schlecht als recht.
Bemerkenswert, dass die Werteachse von beiden Diagrammen bei Null beginnt und ausnahmsweise nicht abgeschnitten wird. Ein eher seltenes Bild in der BI-Toollandschaft: die meisten BI skalieren wild drauf los und schneiden die Werteachse ab.

Leider, leider habe ich aus fachlicher Perspektive einen großen und drei kleinere Kritikpunkte:

  • Das grösste Manko: Der Wasserfall nutzt für jedes Jahr immer den gesamten Raum, der ihm zur Verfügung steht – er skaliert automatisch! Damit erscheinen kleine Werte genauso groß wie erheblich höhere Werte und der visuelle Vergleich funktioniert nicht.
    Auch die Liniendiagramme sind anders skaliert und daher nicht mit den Wasserfallsäulen vergleichbar. Schade …
  • Ich würde den Wasserfall vertikal ausrichten; horizontal ausgerichtete Diagramme empfehle ich für Zeitdarstellungen.
  • Die Farben in den Wasserfallelementen – ein „Feature“ von Tableau: die Intensität der Farbe visualisiert die Höhe des abzubildenden Wertes – sind unnötig, da die Säulenhöhe schon den Wert repräsentiert.
  • Mir fehlt Kontext, um dem Visualisierungs-Mantra von Edward Tufte „above all else, always show comparisons“ gerecht zu werden. Es gibt keine Möglichkeit die GuV-Positionen der einzelnen Jahre zu vergleichen.

Interessant: Der Linienzug für die Kosten zeigt in den negativen Quadranten. Dem geneigten Betrachter stellt sich die Frage: Sind Kosten negativ? Gute Frage, der ich in einem meiner nächsten Beiträge nachgehen werde.

Kritisieren ist einfach, besser machen schwer … ich habe es dennoch einmal mit SAP BO Dashboards (Xcelsius) unserem graphomate Addon probiert.
Alle die den folgenden interaktiven Flash-Film nicht sehen können – Hallo liebe iPad-Nutzer! – hier ein Bild meines Dashboards sonst hier interaktiv in voller Größe:

Get Adobe Flash player

Was mache ich anders:

  • Ich zeige zwei Wasserfälle für zwei ausgewählte Jahre sowie die absoluten und prozentualen Abweichungen der Ergebnispositionen dieser Jahre,
  • Alle Säulen und Balken sind visuell vergleichbar! Sie sind identisch skaliert und auch in der Größe homogen,
  • Die Säulen- statt Liniendiagramme dienen der Auswahl der abzubildenden Jahre für die Wasserfalldiagramme,
  • Eine Kostensäule ist nicht notwendig, da der Abstand zwischen Umsatz und Gewinn die Kosten abbildet,
  • Die Entwicklung der Nutzerzahlen der social media Giganten schafft weiteren Kontext.

Es geht bei Dashboards um die schnelle und richtige Kommunikation von Informationen, um Zusammenhänge und Muster zu erkennen. Automatische Diagrammskalen, die den gesamten zur Verfügung stehenden Raum nutzen, verhindern dies!
Deshalb bitte die CHECK-Regel des SUCCESS-Konzepts von Rolf Hichert beachten. Eine der größten Herausforderungen beim Dashboard-Design!

Meine Botschaften:

  • Für die Kommunikation von Geschäftszahlen sind die meisten Visual Analytics-Tools nicht out-of-the-box geeignet. Der Schwerpunkt dieser Tools liegt mehr auf der Analyse von Daten als auf der Präsentation von Informationen.
  • Facebook hat sich in 4 Jahren prächtig entwickelt.
    So gut, dass man sich erlauben kann, dem CEO Herrn Zuckerberg knapp 700 T$ für private Flüge zukommen zu lassen – aus Sicherheitserwägungen.
    „Sischa dat“ würde der Kölner wohl sagen …

Mein Dank an Björn Rick, der mich beim Design und der Umsetzung des graphomate-Dashboard großartig unterstützt hat!

UPDATE 10.04.2012: Robert Mundigl, meines Wissens DER Tableau-Guru in Deutschland, hat auf seinem Blog clearly and simply eine Replik auf meinen Dashboardvorschlag in englischer Sprache veröffentlicht. Ganz großes Kino, auch wenn wir in Skalierungsfragen leicht auseinander liegen … 🙂

Schöne Ostern,

Unterschrift

PS: Am 18.04.2012 veranstaltet die SAP eine englischsprachige Webpräsentation zur „Zukunft“ von Xcelsius – Anmeldung hier.

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ccbync
Dieser Beitrag bzw. Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare
  1. I had to rely on the Google Translate so I hope that I understood your points correctly. If I did, I don’t think you making a valid argument in your first bullet point („Für die Kommunikation von Geschäftszahlen“ or your blog title. This isn’t about Tableau vs. Xcelsius, it’s about visual styles that can be achieved in either package. I could create a dashboard very similar to yours in Tableau without any addons and I could do so out of the box.

    While the coloring of bars is a ‚feature‘ of Tableau, there is a tone that perhaps you feel it isn’t useful – there are many situations where it is. I like your dashboard, and while there may be some changes to Ben Jones‘ version I would make to see year to year comparisons easier, for quick understanding I prefer Ben’s‘ version.

  2. Hi Lars,

    Wow, thanks for picking up on my post and taking the time to respond with your version of the story! Your version of the facebook waterfall dashboard is much more detailed than mine – per Alex’s comment I typically default to „less is more“, but I do like how an analyst could use your dashboard to obtain the % and magnitude change between any two years.

    I’m a fan of Stephen Few, and I must say you have created a dashboard that seems in line with solid data visualization principles, so great job there.

    For a more in-depth look at Tableau’s capabilities, I would recommend checking out Robert Mundigl’s response post here, if you haven’t seen it already: http://www.clearlyandsimply.com/clearly_and_simply/2012/04/taking-up-the-sap-bo-dashboards-challenge.html

    Thanks again for your response, I’ve learned a lot from your critique.
    Ben

  3. […] Mit der CubeServ-Gruppe und deren Chairman Norbert Egger verbindet mich eine lange Geschichte. Nicht nur, dass Norbert Egger ursächlich meine “Karriere” als SAP BW-Berater vor 12 Jahren angestoßen hat, auch das Thema Visualisierung von Informationen nach dem SUCCESS-Konzept von Rolf Hichert verbindet uns. Daher freue ich mich umso mehr, dass das SUCCESS-Konzept auch auf den diesjährigen BI-Kongressen der CubeServ Teil der Agenda sein wird und Rolf Hichert persönlich seine Vorstellungen von aussagekräftigen Dashboards und Berichten vorstellt. Für mich ein wesentlicher Aspekt von “Redefining BI”! Ein Beispiel für ein nach den SUCCESS-Ideen “redefined BI-Dashboard” finden Sie in meinem letzten Beitrag hier. […]

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