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Xcelsius: Service Pack 4 bringt Wasserfalldiagramm

Nun ist es soweit: im gerade erschienenen Service Pack 4 für Xcelsius 2008 ist das Wasserfalldiagramm als neue Komponente enthalten. Endlich ein Wasserfall out-of-the-box, der von vielen Kunden sehnlichst erwartet wurde. Meinen Ansprüchen wird er nicht gerecht. Muss er ja auch nicht, da unser graphomate-Addon einen wunderbaren Wasserfall enthält. Was unseren „graphomate-Wasserfall“ vom Standard-Xcelsius-Wasserfall abhebt, möchte ich in diesem Beitrag beschreiben.

Update 16.03.2012: Im gerade erschienen Feature Pack 3 für SAP BO BI 4.0 ist das Wasserfalldiagramm nun auch enthalten!

Doch zunächst: Wann ist der Wasserfall das Diagramm der Wahl?

Grundsätzlich zeigt ein Wasserfall die kumulative Veränderung zwischen einem Anfangs- und einem Endwert. Die gesamte Veränderung wird dabei in Ihre negativen und positiven Bestandteile zerlegt, welche verschoben gestapelt dargestellt werden. Auf die daraus resultierende Treppendarstellung ist wohl der Name Wasserfalldiagramm zurückzuführen.
Andere Bezeichnungen sind Überleitungsdiagramm, Transaktionstreppe und auch „Affenschaukel“ habe ich schon gelesen. Im Englischen ist neben Waterfall der Begriff Cascade Chart geläufig.
Häufig findet man die Veränderungspositionen rot und grün dargestellt.

Aufgrund der Fokussierung auf Veränderungen eignet sich die Wasserfalldarstellung insbesondere für Bestands- (Lagerverwaltung, Cash-Flow-Rechnung) oder Ergebnisanalysen.

Hier ein einfaches Wasserfalldiagramm zur Analyse von Bestandsveränderungen über die Zeit:

Abb. 1: Beispiel eines Wasserfalldiagramms

Greg Wayne zeigt in seinem Blogbeitrag „Xcelsius 2008 SP4 – Waterfall Chart“ ein Xcelsius-Wasserfallbeispiel, das ich gerne als Ausgangspunkt meiner weiteren Analyse verwenden möchte. Es eignet sich wunderbar, um einige Xcelsius-Tücken zu enttarnen, die die Aussagekraft des Wasserfalls mindern. Außerdem bildet es eine Ergebnisrechnung ab, die meines Erachtens immer mit Wasserfalldiagrammen abgebildet werden sollte.

Abb. 2: Ergebnisrechnung mit Xcelsius Standard-Wasserfall

Und was gibt es hier zu meckern? Ist doch eine schöne Wasserfalldarstellung!

Betrachten wir das Diagramm etwas genauer:

  • Die Werteachse beginnt bei $100K. Damit sind die erste und letzte Säule zu kurz. Ein visueller
    Vergleich ist unmöglich, da die Proportionen nicht mehr stimmen.
  • Die Werteachse wird angezeigt, und die Säulen sind beschriftet; doppelt hält besser?
    Oder wird die Werteachse aus Gründen der Fairness angezeigt, da Sie ja abgeschnitten ist?
  • Braucht es wirklich sechsstellige Datenbeschriftungen?
  • Die Hilfslinien sind ebenfalls unnötig und erschweren das Verständnis, da die Verbindungslinien zwischen den Säulen des Wasserfall fehlen. Die Säulen scheinen im kartesischen Raum zu schweben.
    Ich finde es schwierig, Ausgangs- und Endwert der Veränderungen zu lokalisieren.
  • Was ist „Total“?
  • Zu guter Letzt entspricht das Diagramm nicht unserem Paradigma, Strukturvergleiche – und letztlich ist eine Ergebnisrechnung nicht anders – horizontal ausgerichtet abzubilden.

Greg hat sich auf die Standardparameter von Xcelsius verlassen. Das Ergebnis ist aus der Perspektive eines Freundes guter Visualisierungen niederschmetternd. Noch einmal die Tücken in der Übersicht:

Abb. 3: Überarbeiteter Xcelsius Standard-Wasserfall

Ich bin ein  großer Verfechter des SUCCESS-Regelwerks für eine erfolgreiche Geschäftskommunikation. Ich stehe besonders auf verdichtete Darstellungen und stelle möglichst viele Geschäftszahlen auf gegebenem Raum dar. Dies ist Inhalt der CONDENSE-Regel. Wie würde ich die Ergebnisrechnung von Greg mit dem graphomate-Addon auf gleicher Fläche abbilden?

Abb. 4: Wasserfall auf Basis des graphomate-Addons für Xcelsius

Was ist anders?

  • Das Diagramm ist kleiner, ohne dass die Lesbarkeit leidet!
  • Durch die horizontale Ausrichtung kann ich die einzelnen Einflussgrößen besser vergleichen – ohne den Kopf um 90 Grad nach links legen zu müssen,
  • die Farben rot und grün sind für Abweichungen reserviert, daher ist der Wasserfall in Graustufen formatiert,
  • sind Kosten negativ oder haben sie nur eine negative Ergebniswirkung? Ich finde Kosten sind nicht negativ, aber das ist mit unserem graphomate-Addon steuerbar,
  • absolute und prozentuale Abweichungsdiagramme ermöglichen einen Vergleich der Werte zum Vorjahr,
  • die Achsen sind beschriftet, aber auch die Achsen selbst unterstützen durch Ihre Farbe die Interpretation: schwarz bedeutet aktuelles Jahr, grau Abweichung zum Vorjahr – dazu bald mehr,
  • ein sogenannter „Skalierungshelfer“ – die orange Fläche – unterstützt den Betrachter bei der Einschätzung unterschiedlicher Skalierungen von Diagrammen, die häufig nicht zu vermeiden sind.

Das Diagramm habe ich in 5 Minuten in Xcelsius mit dem graphomate-Addon gebaut!

Abschließend ein Beispiel für eine Ergebnisrechnung aus dem „echten Leben“, die auch mit graphomate realisiert wurde und ein weiteres Feature nutzt: Wir können beliebig viele Zwischensummen in einem Wasserfall unterbringen.

Abb. 5: Ergebnisrechnung der SAP nach IFRS 2010

Quelle: SAP Geschäftsbericht 2010, S. 166

Es handelt sich um die Visualisierung des Konzernabschluss nach IFRS des SAP Konzerns für das Jahr 2010 mit graphomate. Besonders stolz bin ich auf  den Wasserfall für die absoluten Abweichungen zum Vorjahr. Hier gilt mein besonderer Dank Rolf Hichert, der die Idee dazu hatte. Aus seinen Vorstellungen zu guten Berichten und Präsentationen ist das SUCCESS-Konzept hervorgegangen. Auf Hichert.com dazu mehr …

In einer kommenden Version unseres Addons werden wir auch Spannen im Wasserfall einführen, so dass beispielsweise die Gesamtkosten als schwebender Balken abgebildet werden können.

Gerade hat es angefangen wasserfallartig zu regnen, kein Wunder nach diesen Zeilen …

the best, Lars

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